Reportage

Gedenkstätte Mauthausen

Mein erster Besuch des Konzentrationslagers war vor knapp zwei Jahren. Was mir beim Betreten sofort auffiel, war diese Stille. Eine Stille, die einem das gesamte Leid mitten ins Gesicht schrie. So viele Menschen, die hier unvorstellbares Leid erfahren haben und auf qualvolle Weise gestorben sind. Wofür nur, fragt man sich!

Warum meinen manche Menschen, dass sie mehr wert sind als andere? Was macht diese so besonders, oder andere so gefährlich? Fragen, die heute wieder aktuell zu sein scheinen.

Aber wieder zurück. Eine erdrückende Schwere machte sich mit jedem Schritt in mir breit und Tränen, die unaufhaltsam über mein Gesicht rannten. Die wenigen Menschen, die ich sah, mussten ähnlich fühlen wie ich. Es wurde kaum gesprochen und wenn, nur ganz leise geflüstert. Ein Ort, dessen Vergangenheit kaum zu ertragen ist.

Trotz allem war es aber eine wertvolle Erfahrung für mich. Es ist die Geschichte Österreichs, die Geschichte unserer Vorfahren. Eine Geschichte, die sich nicht wiederholen darf. Wir dürfen nie vergessen, wie unglaublich grausam die Menschheit sein kann. Zu welchen Dingen der Mensch fähig ist, Verrat, Folter, Machtmissbrauch, Misshandlung, Ermordungen …

Beim Nachhausefahren beschäftigten mich ein paar Fragen. Wie hätte ich damals gehandelt? Hätte irgendjemand damals überhaupt etwas tun können? Aus heutiger Sicht ist es einfach, zu urteilen oder Entscheidungen in Frage zu stellen. In der damaligen Zeit war vieles gefährlich. Sogar laut zu denken. Ich kann es nicht sagen, was ich gemacht oder wie ich gehandelt hätte. Bei diesem falschen Denken oder Gewalttaten wäre ich nicht dabei gewesen.

Flucht? Womit ich ja schon wieder bei einem aktuellen Thema wäre …